Vertreter der Internationalen Gesellschaftlichen Bewegung ALLATRA sprachen auf dem OSZE-Treffen in Wien über die Themen “demokratische Resilienz” und “Informationsdruck”

23 March 2026
Vertreter der Internationalen Gesellschaftlichen Bewegung ALLATRA sprachen auf dem OSZE-Treffen in Wien über die Themen “demokratische Resilienz” und “Informationsdruck”

WIEN, Österreich – Am 16. und 17. März 2026 diente das ergänzende OSZE-Treffen zur menschlichen Dimension „Gesetzgebung für demokratische Resilienz“ als Diskussionsforum für die sich wandelnden Herausforderungen demokratischer Regierungsführung. Vertreter der Internationalen Gesellschaftlichen Bewegung ALLATRA trugen zum Dialog bei, indem sie in zwei Plenarsitzungen sprachen und eine eigene Nebenveranstaltung organisierten.

Diese Nebenveranstaltung mit dem Titel “Antikult-Netzwerke als Form der Vereinnahmung des Gesetzgebungsprozesses: Wie Stigmatisierung die demokratische Gesetzgebung untergräbt” befasste sich mit den Aktivitäten und Narrativen des internationalen, in Russland verwurzelten Antikult-Netzwerks und deren Auswirkungen auf demokratische Institutionen in verschiedenen Ländern.

Ziel der Veranstaltung war es, Mechanismen aufzuzeigen, durch die stigmatisierende Narrative den öffentlichen Diskurs, institutionelle Entscheidungsprozesse und Gesetzgebungsverfahren beeinflussen. Die Referenten skizzierten wiederkehrende Muster, die sich in Phasen der Stigmatisierung, Desinformation, des institutionellen Drucks und letztlich der Kriminalisierung entwickeln.

Roman Gural aus Polen stellte den analytischen Rahmen vor, der zur Untersuchung von Sektenbekämpfungsdynamiken verwendet wird, und erklärte:

„Wie geht das Antikult-Netzwerk vor? Bei der Untersuchung dokumentierter Fälle aus verschiedenen Ländern haben Forscher ein wiederkehrendes Muster festgestellt, wie sich Antisekten-Narrative entwickeln und den öffentlichen Diskurs negativ beeinflussen.“

Der Redner wies darauf hin, dass solche koordinierten Kampagnen, wenn sie systematisch auf bestimmte gesellschaftliche Gruppen abzielen, die gleichberechtigte Teilhabe untergraben und Bedingungen für Ausgrenzung schaffen, Merkmale annehmen können, die denen des Informationsterrorismus entsprechen – also dem gezielten Einsatz von Informationen, um Angst, gesellschaftliche Spaltung und Druck auf demokratische Systeme zu erzeugen. In diesem Zusammenhang wurde besondere Besorgnis hinsichtlich Kampagnen geäußert, die mit der Russischen Vereinigung der Zentren für das Studium von Religionen und Sekten (RACIRS) in Verbindung stehen. Die wiederholte Brandmarkung und die diskreditierenden Narrative der RACIRS gehen über meinungsbasierte Kritik hinaus und reichen bis hin zu anhaltenden Formen von Informationsdruck, die Rechte und demokratische Garantien beeinträchtigen.

Iren Schmuttermier aus Österreich hob die systemischen Auswirkungen von Mechanismen zur Bekämpfung von Sekten auf demokratische Strukturen hervor und erklärte:

„Im Grunde genommen ist die Sektenbekämpfung ein systemisches Instrument zur Zerstörung der Demokratie und zur Rechtfertigung totalitärer Gewalt.“

In ihrer Rede widmete sie der Russischen Föderation besondere Aufmerksamkeit als Fallbeispiel für die langfristige Verankerung von Antikult-Narrativen in institutionellen und rechtlichen Rahmenbedingungen, was zu einer deutlichen Einschränkung der Grundrechte der Zivilgesellschaft geführt hat. Sie ging auch auf die Rolle von RACIRS unter der Leitung von Alexander Dvorkin bei der Gestaltung von Narrativen ein, die zur Marginalisierung religiöser Minderheiten und zivilgesellschaftlicher Akteure in der Russischen Föderation beigetragen haben.

Die Diskussion beleuchtete zudem die transnationale Dimension, insbesondere die Rolle der Europäischen Föderation der Zentren für Forschung und Information über das Sektenwesen (FECRIS) bei der Verbreitung von Antikult-Narrativen in europäischen Ländern.

Karolina Hronova aus der Tschechischen Republik hob die grenzüberschreitenden Auswirkungen dieser Entwicklungen hervor:

„Genau dieselben Methoden der hybriden Kriegsführung – Stigmatisierung, Desinformation, institutioneller Druck und der Versuch der Manipulation der Gesetzgebung – wurden und werden in allen demokratischen Ländern Europas eingesetzt.“

Ein Teil der Veranstaltung widmete sich dem Fall der Internationalen Gesellschaftliche Bewegung ALLATRA sowohl in Russland als auch in der Ukraine, der als Beispiel dafür vorgestellt wurde, wie koordinierte Stigmatisierungskampagnen, die von einem Antikult-Netzwerk unter der Führung des russischen RACIRS organisiert werden, die öffentliche Wahrnehmung und institutionelle Herangehensweisen selbst in gegensätzlichen geopolitischen Kontexten beeinflussen können. Es wurde auf das ukrainische Gerichtsurteil vom 25. Februar 2026 verwiesen, in dem keine rechtlichen Gründe für ein Verbot der Bewegung festgestellt und die Beweisgrundlage aufgrund methodischer Unzuverlässigkeit und Voreingenommenheit zurückgewiesen wurde.


Antikult-Narrative und demokratische Resilienz

Die Diskussion befasste sich mit den weitreichenden Folgen von Antikult-Narrativen für die Widerstandsfähigkeit der Demokratie. Die Redner wiesen darauf hin, dass eine Aushöhlung der Demokratie nicht nur durch rechtswidrige Handlungen, sondern auch durch formal rechtmäßige Verfahren erfolgen kann, die durch anhaltenden Informationsdruck beeinflusst werden.

Sie betonten, dass stigmatisierende Narrative oft legislativen oder judikativen Maßnahmen vorausgehen, indem sie die öffentliche Wahrnehmung beeinflussen. Mit der Zeit können solche Narrative die Ausgrenzung sozialer Gruppen normalisieren und die Akzeptanz restriktiver Maßnahmen begünstigen.


MEINUNGSFREIHEIT UND ENTMENSCHLICHUNG

Ein zentrales Thema der Nebenveranstaltung war der Zusammenhang zwischen Meinungsfreiheit und der Verbreitung entmenschlichender Narrative. Während die Meinungsfreiheit nach wie vor ein Eckpfeiler demokratischer Gesellschaften ist, betonten die Redner, wie wichtig es ist, zwischen legitimer öffentlicher Debatte und koordinierten Stigmatisierungs- und Desinformationskampagnen zu unterscheiden.

Es wurde auf die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte verwiesen, wonach die Meinungsfreiheit mit Verantwortung verbunden ist und Einschränkungen unterliegen kann, wenn dies zum Schutz der Rechte und der Würde anderer erforderlich ist.

Veronika Amaya Lael Sabol aus der Slowakei ging auf die umfassendere informative Dimension des Themas ein:

„Die Meinungsfreiheit sollte der Wahrheit, dem Pluralismus und einer offenen Debatte dienen – nicht der systematischen Entmenschlichung von Gemeinschaften.“


Beiträge im Plenum

Während der ersten Plenarsitzung sprach Dušan Valeček aus der Tschechischen Republik das Thema der Antikult-Netzwerke als hybride Bedrohung für demokratische Systeme an. Er betonte, dass solche Netzwerke unter dem Deckmantel der Bekämpfung sogenannter „gefährlicher Sekten“ systematische Kampagnen gegen religiöse Minderheiten, zivilgesellschaftliche Initiativen und Menschenrechtsverteidiger führen und gleichzeitig versuchen könnten, legislative und institutionelle Prozesse zu beeinflussen.

Er erinnerte zudem daran, dass ähnliche Bedenken bereits bei früheren OSZE-Veranstaltungen geäußert worden waren, und wies darauf hin, dass diesem Thema weiterhin internationale Aufmerksamkeit geschenkt werden müsse.

In der dritten Plenarsitzung befasste sich Jevgenija Malecka, eine pensionierte Strafverfolgungsbeamtin und Rechtsberaterin aus Lettland, mit dem Zusammenhang zwischen Stigmatisierung, Desinformation und Einschränkungen der Grundrechte.

Sie betonte, dass der Verfall der Demokratie oft bereits beginnt, bevor restriktive Maßnahmen offiziell verabschiedet werden, nämlich in der Phase, in der anhaltender Informationsdruck die öffentliche Wahrnehmung prägt.

Sie merkte ferner an, dass Desinformationskampagnen, die systematisch Einschränkungen von Rechten und Freiheiten vorausgehen, eine Form des Informationsterrorismus darstellen können, der darauf abzielt, den demokratischen Raum durch psychologischen und institutionellen Druck neu zu gestalten.

Frau Malecka warf die Frage auf, ob die richterliche Kontrolle klarere Standards entwickeln sollte, um Fälle zu identifizieren, in denen stigmatisierende Informationskampagnen die Legitimität von Beschränkungen beeinträchtigen könnten, die Akteuren der Zivilgesellschaft auferlegt werden.

Die Teilnahme der Internationalen Gesellschaftlichen Bewegung ALLATRA an der OSZE-Konferenz unterstrich erneut die Bedeutung eines fortgesetzten internationalen Dialogs über den Zusammenhang zwischen hybriden Bedrohungen, demokratischer Gesetzgebung, Meinungsfreiheit und dem Schutz der Grundrechte.

Die Vertreter der ALLATRA-Delegation tauschten sich während der gesamten Veranstaltung aktiv mit anderen Teilnehmern des Treffens aus, darunter Diplomaten, politischen Entscheidungsträger und Vertreter von Nichtregierungsorganisationen, um Perspektiven auszutauschen und zum fachlichen Dialog beizutragen. Diese Interaktionen boten die Gelegenheit, neue Kontakte zu knüpfen, gemeinsame Herausforderungen zu erörtern und die internationale Zusammenarbeit bei der Bewältigung neuer Bedrohungen für demokratische Institutionen zu stärken.

Die Diskussionen in Wien während der OSZE-Konferenz machten deutlich, dass ein stärkeres Bewusstsein dafür erforderlich ist, wie koordinierte Antikult-Narrative demokratische Systeme beeinflussen können, und unterstrichen die Bedeutung des Schutzes demokratischer Institutionen und rechtlicher Prozesse vor informationsbasiertem Druck.


Über die Internationale Gesellschaftliche Bewegung ALLATRA

Die Internationale Gesellschaftliche Bewegung ALLATRA ist eine unabhängige, ehrenamtlich geführte Organisation, die sich der Durchführung groß angelegter Forschungsprojekte in den Bereichen Geodynamik und Umweltfragen widmet. ALLATRA ist bekannt für ihren interdisziplinären Ansatz bei der Untersuchung von Naturkatastrophen, die Förderung internationaler wissenschaftlicher Zusammenarbeit sowie ihren Einsatz für die Wahrung der Menschenrechte und grundlegender Freiheiten.

In Anerkennung ihres Engagements für den Schutz der Umwelt und die Bewahrung der Schöpfung erhielt die Internationale Gesellschaftliche Bewegung ALLATRA im Jahr 2024 den Apostolischen Segen von Seiner Heiligkeit Papst Franziskus. Im Jahr 2025 erteilte Seine Heiligkeit Papst Leo XIV. den Apostolischen Segen an die Präsidentin von ALLATRA sowie an alle ehrenamtlichen Teilnehmer der Bewegung.


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