Vertreter der IGB ALLATRA und des Projekts „Kreative Gesellschaft“ nahmen an internationalen Konferenzen und Seminaren in Tunesien teil, die sich mit dem Problem des Nanoplastiks befassten.

20 January 2026

Tunis, 10.–16. Dezember 2025

Vertreter der Internationalen Gesellschaftlichen Bewegung ALLATRA und des Projekts “Kreative Gesellschaft” hielten eine Reihe von Vorträgen zum Thema Nanoplastik und dessen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt.

Die Seminare fanden in Bildungs- und Forschungseinrichtungen sowie im Rahmen internationaler Konferenzen statt, an denen Fachleute, Vertreter der akademischen Gemeinschaft und Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen teilnahmen.

Im Laufe der Veranstaltungen wurde hervorgehoben, dass Nanoplastik aufgrund seiner starken elektrostatischen Oberflächenladung eine erhebliche Gefahr darstellt. Diese erhöht seine chemische Reaktivität und Mobilität sowie seine Fähigkeit, giftige Substanzen wie Schwermetalle und persistente organische Schadstoffe zu binden und weiterzutragen. Diese geladenen Partikel überwinden leicht biologische Barrieren, reichern sich in Organgeweben an und interagieren mit Zellen, wodurch Entzündungsprozesse und oxidativer Stress ausgelöst werden.

Die Seminare und Konferenzvorträge betonten die Notwendigkeit koordinierter Forschungsbemühungen, um das Verständnis des elektrochemischen Verhaltens von Nanoplastik zu vertiefen, Nachweistechnologien zu verbessern und Regulierungsmaßnahmen voranzubringen. Diese sollen sich nicht nur mit der Menge von Plastik befassen, sondern auch mit jenen molekularen und elektrostatischen Eigenschaften, die Nanoplastik zu einer besonders gefährlichen und bislang unterschätzten Bedrohung für Umwelt und Gesundheit machen.

Es wurde auch betont, dass auf allen Ebenen ein Umdenken erforderlich ist: Bürger, politische Entscheidungsträger und Industrielle müssen verantwortungsbewusstere und nachhaltigere Handlungsweisen anwenden.

Die Seminare fanden an mehreren akademischen Bildungs- und Forschungseinrichtungen in Tunesien statt:

Vertreter von ALLATRA und des Projekts „Kreative Gesellschaft“ nehmen an wissenschaftlichen und pädagogischen Seminaren an der Arabischen Universität für Wissenschaften in Tunis teil.


Arabische Universität für Wissenschaft (Tunis)

Die Veranstaltung wurde mit Unterstützung von Dr. Hajer Sayem, Leiterin der Abteilung für internationale Beziehungen der Arabischen Universität für Wissenschaft und Vorsitzende des Lehrstuhls für Elektrotechnik, durchgeführt.

Die Arabische Universität für Wissenschaften bietet Hochschulbildung in den Bereichen Ingenieurwesen und Technologie. Neben der fundierten akademischen Ausbildung ist die Universität für ihre enge Zusammenarbeit mit der Industrie und ihre Ausrichtung auf die praktische Ausbildung und Beschäftigung ihrer Absolventen bekannt.

Vertreter von ALLATRA und dem Projekt „Kreative Gesellschaft“ nahmen an einem wissenschaftlich-pädagogischen Seminar im Nationalen Forschungszentrum für Materialwissenschaften (CNRSM) in Bordj Cedria teil.


Nationales Forschungszentrum für Materialwissenschaften (CNRSM), Bordj Cedria

Das Seminar wurde von Professor Yasser Ben Amor, dem Geschäftsführer des CNRSM Technopark in Bordj Cedria, veranstaltet.

Das Nationale Forschungszentrum für Materialwissenschaften ist eine führende Forschungseinrichtung mit Sitz im Technopark Bordj Cedria (Tunesien) und spezialisiert sich auf die Entwicklung der Materialwissenschaften durch innovative Forschung und Konstruktionsentwicklung.


Espima Business School (EBS)

Moderiert wurde das Seminar von Mohamed Draoui, Dozent, Experte und Spezialist für digitale Transformation, und Dr. Salma Dammak, Direktorin der Espima Business School.

Die 2013 gegründete Business School Espima hat ein eigenes Bildungsmodell entwickelt, das auf den folgenden Grundwerten basiert: Innovation, Offenheit, Verantwortung und Streben nach Exzellenz. Der Bildungsansatz der Schule basiert auf praktischem Lernen, der Förderung von Kreativität und kritischem Denken.


Die Konferenz „Sei auf Naturkatastrophen vorbereitet. Die Gefahr von Nanoplastik: Lösungen und neue Technologien” wurde mit Unterstützung von Dr. Essaid Laatar, Dr. Zied Ghoumma und Dr. Kamel Laribi (Tunis) organisiert.

Vertreter von ALLATRA und des Projekts “Kreative Gesellschaft” auf der Konferenz „Sei auf Naturkatastrophen vorbereitet. Die Gefahr durch Nanoplastik: Lösungen und neue Technologien“, Tunis

  • Dr. Essaid Laatar – Generaldirektor des tunesischen Ingenieurverbands (OIT), hochqualifizierter Ingenieur im Bereich Hochschulbildung und Bergbaugeologie;
  • Dr. Zied Ghoumma – Gründer des Internationalen Zentrums für Schiedsgerichtsbarkeit und Mediation in Tunesien;
  • Dr. Kamel Laribi – Präsident des Internationalen Arabisch-Afrikanischen Schiedsgerichtshofs.

Die Konferenz befasste sich mit den zunehmenden Auswirkungen von Naturkatastrophen. Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei auf der weltweit und im Mittelmeerraum zunehmenden seismischen Aktivität sowie auf dem Potenzial technologischer Innovationen zur Umsetzung von Anpassungsstrategien und zur Stärkung der gesellschaftlichen Widerstandsfähigkeit.

Die Teilnehmer des Projekts „Kreative Gesellschaft” hatten außerdem die Möglichkeit, einen Workshop zum Thema „Nanoplastik: Eine Falle für die Menschheit” durchzuführen.


27. Internationales Forum für angewandte Wissenschaften und Innovationen (Monastir) unter dem Vorsitz von Dr. Ahmed Rhif, Direktor des Nationalen Zentrums für wissenschaftliche Förderung und Innovation (CNPSI), Tunis.

Vertreter von ALLATRA und des Projekts „Kreative Gesellschaft“ beim 27. Internationalen Forum für Angewandte Wissenschaften und Innovationen ASI-Monastir 2025 in Tunesien

Das ASI-Monastir 2025 Forum in seiner französischsprachigen Ausgabe wurde vom Nationalen Zentrum für wissenschaftliche Förderung und Innovation (CNPSI) in Zusammenarbeit mit dem American Center: Sciences & Innovation (S&I) organisiert, mit dem Ziel, ein Umfeld für den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen Fachleuten, Industriellen, Start-ups und akademischen Forschern zu schaffen. Das Forum umfasste Konferenzen, Workshops und gesellschaftliche Aktivitäten.


Feedback der Teilnehmenden und Veranstalter zu den Nanoplastik-Sitzungen

Im Rahmen der Veranstaltung am Nationalen Forschungszentrum für Materialwissenschaften erklärte Professor Yasser Ben Amor:

„Im Verlauf dieser Veranstaltung wurde hervorgehoben, dass Nanoplastik aufgrund seiner starken elektrostatischen Oberflächenladung eine ernsthafte Gefahr darstellt. Diese erhöht seine chemische Aktivität und Mobilität sowie seine Fähigkeit, toxische Substanzen wie Schwermetalle und persistente organische Schadstoffe zu binden und zu transportieren. Die geladenen Partikel können biologische Barrieren leicht überwinden, sich in Organgeweben anreichern und mit Zellen interagieren, wodurch Entzündungsprozesse und oxidativer Stress verstärkt werden.“

Im Verlauf der Diskussionen wurde die zentrale Bedeutung koordinierter wissenschaftlicher Forschung hervorgehoben. Ziel ist es, das Verständnis der elektrochemischen Eigenschaften von Nanoplastik zu vertiefen, die Technologien zu seiner Erkennung weiterzuentwickeln und Strategien sowie Regulierungsmechanismen zu erarbeiten. Diese sollen sich nicht nur auf die Menge von Kunststoffmaterialien konzentrieren, sondern auch deren molekulare und elektrostatische Eigenschaften berücksichtigen, die Nanoplastik zu einer ernsthaften und häufig unterschätzten Gefahr für Umwelt und menschliche Gesundheit machen.

Während der Veranstaltung wurde auch die Notwendigkeit eines Paradigmenwechsels auf allen Ebenen – von den Bürgern bis hin zu Politikern und Vertretern der Industrie – betont, um verantwortungsbewusste und ökologisch sinnvollere Maßnahmen einzuführen. In diesem Sinne strebt das Nationale Forschungszentrum für Materialwissenschaften (CNRSM) eine Stärkung der wissenschaftlichen Zusammenarbeit mit internationalen Plattformen wie „ALLATRA“ und „Kreative Gesellschaft“ an, um den interdisziplinären Austausch zu fördern, das wissenschaftliche Potenzial auf globaler Ebene zu mobilisieren und praktische Maßnahmen zu unterstützen.

Die Teilnehmer der Konferenz „Sei auf Naturkatastrophen vorbereitet. Die Gefahr von Nanoplastik: Lösungen und neue Technologien” kamen zu dem Schluss, dass die zunehmende Klimakrise und die weit verbreitete Anhäufung von Plastik in der Biosphäre, insbesondere von Mikro- und Nanoplastik, eine ernsthafte Bedrohung für die Umwelt und die öffentliche Gesundheit darstellen. Diese Risiken sind auf die Fähigkeit von Plastikpartikeln zurückzuführen, in lebende Organismen einzudringen und dort Zellschäden, Entzündungsprozesse, oxidativen Stress, DNA-Schäden und neurokognitive Störungen zu verursachen. Die Teilnehmer betonten die dringende Notwendigkeit gemeinsamer Anstrengungen auf globaler Ebene, um diesen Herausforderungen zu begegnen.

Treffen der Teilnehmer von ALLATRA und des Projekts „Kreative Gesellschaft“ mit Mabrouka Khedir – einer bekannten tunesischen Journalistin und Persönlichkeit des öffentlichen Lebens, Tunis


Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Dialog und Zusammenarbeit mit den internationalen Medien

Es fand auch ein Treffen mit der bekannten tunesischen Journalistin und Persönlichkeit des öffentlichen Lebens Mabrouka Khedir statt, bei dem die Teilnehmer über die zunehmende Verschmutzung der Biosphäre durch Nanoplastik und die dringende Notwendigkeit gemeinsamer Anstrengungen zum Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt diskutierten.


Teilnahme an Rundtischgesprächen und akademischen Diskussionen 

Vertreter der Internationalen Gesellschaftlichen Bewegung ALLATRA und ihres Partnerprojekts „Kreative Gesellschaft“ nahmen an akademischen Rundtischgesprächen und Fachdiskussionen teil, die sich mit Perspektiven einer weiterführenden Zusammenarbeit befassten. Im Fokus standen dabei die Verbreitung von Informationen über die gefährlichen Eigenschaften von Nanoplastik, das eine ernsthafte Gefahr für das menschliche Leben darstellt und erhebliche negative Auswirkungen auf die Umwelt hat, sowie die Erörterung von Möglichkeiten, dieses Wissen gezielt in wissenschaftlichen und beruflichen Kontexten anzuwenden. 


Über die Internationale Gesellschaftliche Bewegung ALLATRA

Die Internationale Gesellschaftliche Bewegung ALLATRA ist eine unabhängige, ehrenamtlich geführte Organisation, die sich der Durchführung groß angelegter Forschungsprojekte in den Bereichen Geodynamik und Umweltfragen widmet. ALLATRA ist bekannt für ihren interdisziplinären Ansatz bei der Untersuchung von Naturkatastrophen, die Förderung internationaler wissenschaftlicher Zusammenarbeit sowie ihren Einsatz für die Wahrung der Menschenrechte und grundlegender Freiheiten.

In Anerkennung ihres Engagements für den Schutz der Umwelt und die Bewahrung der Schöpfung erhielt die Internationale Gesellschaftliche Bewegung ALLATRA im Jahr 2024 den Apostolischen Segen von Seiner Heiligkeit Papst Franziskus. Im Jahr 2025 erteilte Seine Heiligkeit Papst Leo XIV. den Apostolischen Segen an die Präsidentin von ALLATRA sowie an alle ehrenamtlichen Teilnehmer der Bewegung.


Für Presseanfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]